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Jetzt da du Abschied bist

Jetzt, da Du Abschied bist, nicht mehr Beginn,
verzehr ich mich nach Dir wie nie zuvor,
entdeckt sich unsrer Liebe wahrer Sinn
und dass ich, was ich nie besass, verlor,
jetzt da Du Abschied bist, nicht mehr Beginn.

Dass immer erst ein Schrecken uns besinnt
und erst beim Abschiednehmen Tränen fliessen,
und dass die Zeit so unser Leben weiterspinnt,
dass man nicht halten kann und kaum geniessen,
was flüchtig Wunder war und stets entrinnt.

Dass man die Liebe stets aufs Neue lernen muss,
und immer nach dem Auseinandergehen
alles so klein wird, was Verrat war und Verdruss,
und alles gross, was aus Verzauberung geschehen,
dass man die Liebe stets aufs Neue lernen muss.

Erst seit Du Abschied bist, nicht mehr Beginn,
erahne ich, wie Du mich immer fingst,
wenn ich verlor, was mich bestimmt, und wer ich bin,
Dich lieben lernte ich erst als Du gingst,
erst seit Du Abschied bist, nicht mehr Beginn.

Konstantin Wecker, aus: Wenn du fort bist (1994), Liebeslieder (1999)

 

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Ich geh hier nicht weg,
Hab meine Frist verlängert.
Neue Zeitreise, offene Welt.
Habe dich sicher
in meiner Seele.
Ich trag dich bei mir
bis der Vorhang fällt.
(Herbert Grönemeyer,
aus: Der Weg)

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